Theodor-Heuss-Straße 5, 67071 Ludwigshafen

FLÜCHTLINGS-HILFE RUCHHEIM

FRAGWÜRDIGE ABSCHIEBUNG EINER ARMENISCHEN FAMILIE

AUS LUDWIGSHAFEN, APRIL 2021

TV BEITRAG SWR

Artikel in der RHEIN-PFALZ

Artikel im SWR

Am Abend des 07. April 2021 erhielt ich einen Anruf von einer völlig verzweifelten Lehrerin einer Ludwigshafener Schule, die erzählte, dass eine armenische Familie aus Ludwigshafen abgeschoben wurde und eines der Kinder sich der Maßnahme entzogen hat und verschwunden ist.

Sie wußte nicht, an wen sie sich wenden kann, in dieser Angelegenheit Hilfe zu bekommen.

Wir haben sofort Kontakt mit allen unseren vernetzten Kontakten aufgenommen.

Mittlerweile hat die Geschichte hohe Wellen geschlagen, der Verein „Respekt Menschen“, Dolly El-Gandour vom Stadtrat Ludwigshafen,

die Cartitas sowie Presse, TV und viele andere haben sich der Angelegenheit angenommen.

Auch eine Protestaktion vor dem Rathaus ist geplant.

Hier Auszüge aus dem veröffentlichten Text :


In Ludwigshafen ist eine Familie aus Armenien in ihr Heimatland abgeschoben worden - ohne den 16-jährigen Sohn. Er war bei der Abschiebung geflohen und ist seitdem verschwunden. Jetzt regt sich Protest.

Nach Angaben der jesidischen Familie kamen die Beamten am 30. März abends in die Ludwigshafener Flüchtlingsunterkunft Wattstraße, um die fünfköpfige Familie abzuschieben. Obwohl der 16-jährige Sohn Thar floh, wurde die Abschiebung nicht abgebrochen. Die Familie wurde nach Berlin gebracht und in ihr Heimatland Armenien abgeschoben - 4.000 Kilometer von Ludwigshafen und ihrem Sohn entfernt.

Flüchtlingsverbände kritisieren jetzt, dass die Behörden die Abschiebung nicht stoppten und die Familie trotzdem abschoben, obwohl der minderjährigen Sohn Thar während der Aktion flüchtete. Seitdem ist der Jugendliche nach Angaben seiner Familie verschwunden. Keiner weiß, wo er sich seit drei Wochen aufhält. Auch die Familie sagt, sie habe keinen Kontakt zum Sohn und nichts mehr von ihm gehört. Die Großeltern, die noch in der Flüchtlingsunterkunft leben, und wegen ihres schlechten Gesundheitszustands nicht abgeschoben werden können, haben bei der Polizei eine Vermisstenanzeige gestelllt. Auch bei ihnen hat sich der Enkel nicht gemeldet.

Die Familie lebt jetzt nach ihrer Abschiebung in der sehr ländlich geprägten armenischen Stadt Artashar. Sie ist in einer Hütte untergekommen, ohne Elektrizität, fließendes Wasser und ohne Möbel. In den ersten Tagen schliefen die Familienmitglieder auf dem nackten Beton - mit Kleidung als Kissen

Kundgebung 23. April vor dem Rathausplatz in Ludwigshafen

Copyright (c) Daniel Lessinger, 2021