Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN BAYANOUN / SYRIEN  TAG 3

Hallo an Alle.

Ich habe die Nacht alleine ausserhalb in einem kleinen Schuppen in einem Olivenfeld verbracht, konnte aber nicht richtig schlafen, andauernd Flugzeuglärm und Schüsse weiter weg.

Dazu die Eindrücke von gestern die nicht so richtig aus dem Kopf gehen.

Dann wieder ein dumpfer Knall und wieder Schüsse.Ging die ganze Nacht so.

Gegen 7 Uhr kam dann Yousef und wir haben uns auf den Weg zurück gemacht.

Heute will ich mal produktiv sein...

Die Solarpanels müssen endlich Strom liefern, ich habe zwei Powerbänke dabei, um mein Handy und das Satellitentelefon zwischendurch aufzuladen aber die gehen langsam auch dem Ende zu. Ich schalte die Geräte zwar immer wieder zwischendurch aus aber langsam wird es eng.

Die gespendeten Solarpanels müssen verteilt werden, ich habe zwar diverse Laderegler mitgenommen, aber nur zwei Wechselrichter. Das heisst, wir können eine Pumpe mit 230 V Betriebsspannung versorgen und ansonsten 12 Volt Ladestationen für sonstige Kleingeräte aufbauen.

Einige der Panels liefern auch 5 Volt, ideal um direkt Handys mit kleinen Umbauarbeiten zu laden.

Da wir nur fünf Autobatterien haben, die für die Pumpe benötigt werden, könen alle anderen Geräte nur tagsüber bei Sonnenschein betrieben werden.

Mit etwas Glück kann ich mich heute abend endlich mal waschen.....

 

LICHTBLICKE IM ELEND...

Endlich auch einmal positive Dinge zu berichten.

Zwei Pumpen laufen und pumpen etwa 20 Minuten am Stück Wasser aus einem Brunnen, dann muss die Autobatterie wieder aufladen, reicht aber immerhin für etwa 1000 Liter Wasser je Pumpe.

Etwa 20 weitere Solarpanels haben wir überall verteilt, da wo Sonne hinkommt, gibt es nun auch Strom, nicht genug zum Kochen, aber für Radios und Campinglampen die schon lange wegen fehlenden Batterien nicht mehr in Betrieb waren, reichts allemal.

Handys werden wieder aufgeladen und irgendwie sind die Menschen hier unendlich dankbar für eine kleines Stück eigentlicher Selbstverständlichkeit.

Die restlichen Module haben wir soweit verdrahtet, dass sie ohne große Installationsarbeit in den Nachbarorten aufgestellt werden können.

Es kam noch jemand mit dem Motorrad und hat die beiden Notfalltaschen mitgebracht, die ich am syrischen Grenzposten hinterlegen durfte.

Da hier kein Arzt mehr ist, wollen wir die heute noch 6 km südlich nach Anadan bringen, dort gibt es noch eine kleine Klinik für Notfälle. Später soll es dann ein Treffen mit Kaffe geben....Wir haben grad unsere Notfalltaschen hier im Notlazarett in Adanan , oder was noch davon übrig ist, abgegeben.

Verbandsmaterial ist fast nicht mehr zu bekommen und so haben die Taschen Ihren Zweck erfüllt.

Das Lazarett befindet sich neben einem Trümmerhaufen, der mal das eigentliche Krankenhaus war, bis die russische Armee hier angegriffen hat.

Im Internet gibt es auch einen Bericht dazu.

Behandelt werden kleinere Verletzungen inmitten von Dreck und Schutt...