FLÜCHTLINGSHILFE - RUCHHEIM

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VERBANDMATERIAL FÜR BOSNIEN

Der Nordwesten Bosniens ist für Migranten und Flüchtlinge zu einer unüberwindbaren Hürde auf dem Weg nach Westeuropa geworden. Die Spannungen zum Nachbarland Kroatien nehmen zu.

In drei aufeinanderfolgenden Nächten in dieser Woche stoppten die Bewohner der nordwestbosnischen Stadt Velika Kladuša auf eigene Faust Busse, die sich ihrer Stadt näherten, und die Passagiere auf Migranten und Flüchtlinge zu überprüfen, berichteten bosnische Medien.

Die gefundenen Flüchtlinge wurden herausgezogen und anschließend wieder in die Richtung zurückgeschickt, aus der sie gekommen waren. Die Polizei war ebenfalls vor Ort, allerdings nicht, um die Bürgerwehr zu stoppen, sondern lediglich um Gewalt zu verhindern. Am Mittwochmorgen verboten schließlich die Behörden des Kantons Una-Sana, zu dem auch Velika Kladuša gehört, den Transport von Migranten.

Die Una-Sana-Behörden berichten, dass es aktuell im Kanton 7.000 Migranten und Flüchtlinge gibt, aber nur die Hälfte davon in offiziellen Lagern untergebracht ist, was zu Reibereien mit den Anwohnern führt. „Die Situation wird von Tag zu Tag schlimmer“, sagte Silvia Maraone von IPSIA, einer italienischen NGO, die Migranten und Flüchtlinge in Bosnien unterstützt.

„Immer mehr Menschen schlafen draußen ohne Essen, ohne Wasser, ohne Strom und natürlich werden sie auch zu einem größeren Problem für die lokale Bevölkerung, weil sie in Unas Flüssen und Bächen Wasser holen, Kleidung waschen oder ein Bad nehmen müssen

Im bosnischen Bihac hausen Flüchtlinge im Wald - die Lager in der Region sind voll. Corona ist nicht ihr größtes Problem: Sie kommen nicht weiter und berichten von Misshandlungen durch die Polizei.

Von Andrea Beer, ARD-Studio Wien

Sie gehen vor, über das große Gelände einer alten, zerfallenden Fabrik in Bihac. Sie würde wohl einfach zuwachsen, wenn sie nicht hier hausen würden. Es sind fast durchweg junge Männer und Jugendliche, vorwiegend aus Afghanistan, dem Iran oder Pakistan. 

Schwarzhaarig, schmal und hungrig nach Aufmerksamkeit, zeigen sie alles bereitwillig - und es bricht geradezu aus ihnen heraus. "Wir kennen nur zwei Camps hier: Bira und Lipa. Die Polizei hat uns ein oder zwei Mal nach Lipa gebracht, doch dort haben sie uns gesagt: alles ist voll. Es gibt nur Platz für 1000 Leute. Wir sollen dort hingehen, wo wir hergekommen sind."

Durch den Wald nach Kroatien

Keine Toilette, keine Dusche. Viele Menschen aufeinander und das in Zeiten von Corona. "Wir hier haben andere Probleme", sagt Mustafa. Denn der 26-Jährige versuchte schon mehrfach, ohne gültige Papiere nach Kroatien zu gelangen. Oft viele Tage im Wald unterwegs, in dem Bären, Wölfe, Hunger und wundgelaufene Füße nur einige von vielen Probleme sind.

So müssen Menschen ein paar km vor einer europäischen Grenze leben .

Darum ist es so wichtig, die freiwilligen Organisationen vor Ort in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Kleidung, Medikamente, Spielsachen für Kinder werden immer benötigt und oft findet sich ein einfacher Weg, die Spenden auch direkt vor Ort zu bringen.

Wir vermitteln gerne Adressen von Menschen und Organisationen vor Ort, denen wir vertrauen und wo wir sicher sind, dass alles dort ankommt, wo es benötigt wird.

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