Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

RETTUNGSEINSATZ CHIOS / GRIECH. INSELN 17. - 31. März 2016  /  TAG 10

EINSATZ-ENDE

Es ist soweit, die Koffer sind gepackt.

Gestern Abend haben wir den Leihwagen zurückgegeben und die restlichen Erste-Hilfe Artikel aus unseren Notfallrucksäcken gespendet, wir wollen nichts mehr mit zurück nehmen.

Die letzte Nachtschicht ist zu Ende und ein Helfer-Kollege bringt uns heute zur Fähre nach Cesme /Türkei.

Leider geht uns ein Tag verloren, da unser Flug nach Deutschland erst morgen, aber heute die letzte Fähre für die Woche von Chios abgeht.

Jeder von uns hat auf irgendeine Art Dinge erlebt, die verarbeitet werden müssen und sollen.

Wir konnten Menschen helfen, die dringender Hilfe bedurften. Wir werden diese Menschen wohl nie wieder sehen, dennoch bleiben verschiedene Gesichter in Erinnerung.

Wir sind zu einer Zeit hier angekommen, in der sich die Lage gegenüber von vor ein paar Monaten relativ entspannt hat, dennoch haben wir Dinge erlebt und gesehen, die Spuren hinterlassen werden.

 

Wir haben Menschen kennengelernt, die wie wir, ungeheuer viel Energie aufbringen, vollkommen fremden Menschen das Leben zu erleichtern.

Sowohl im Koran als auch im Talmut git es den Spruch

" Wer einen Menschen rettet, der rettet die Menschheit ".

Ob wir wirklich die Menschheit gerettet haben, keine Ahnung...

 

Wir haben mit großer Freude mitgelesen, dass viele unserer Beiträge in der Facebookgruppe regen Anklang gefunden haben und hoffen, jedem ein Stück Chios und damit verbunden auch jedem einen kleinen Einblick in wirkliches Leiden vermittelt zu haben.

Unser besonderer Dank gilt denen, die uns finanziell in Form von Spenden unterstützt haben. Vollkommen unabhängig von der Höhe des gespendeten Beitrages, ohne EURE Unterstützung wäre der Einsatz NICHT möglich gewesen.

Wir haben versprochen, genau Rechenschaft über die Ausgaben darzulegen, um die Tour absolut transparent zu machen. In den nächsten Tagen werden wir eine detaillierte Ausgabenliste hier veröffentlichen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn die Spendenbereitschaft erhalten bleibt, es gibt so viele ungeheuer wichtige Projekte, die ohne diese Gelder einfach zum Sterben verurteilt sind.

Der Alltag wird jetzt wieder voll gegenwärtig werden und jeder von uns wird seinen weiteren Weg gehen. Dennoch bleiben Dinge, die verbinden und wer weis schon, was noch alles geschehen wird.

Wir werden Flüchtlinge mit anderen Augen betrachten, wissen, welche grauenhaften Dinge sie hinter sich haben. Wir werden auch immer daran denken, was den Menschen jetzt bevorsteht, die sich noch in den Lagern befinden und auf ihre Abschiebung warten.

Wir haben kein Recht, über die Gründe zu Urteilen, warum Menschen ihre Heimat verlassen.

Aber wenn man selbst erlebt, in welchem Zustand die Menschen nach stundenlangen Irrfahrten über das Meer, bei Wind, Kälte und Regen hier ankommen, muss der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht der Grund, warum er hier ist.