FLÜCHTLINGSHILFE - RUCHHEIM

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CONTAINERVERLADUNG SYRIEN 14. DEZEMBER 2019

Ankunft in Syrien

Hilfscontainer für Syrien


Verein Ikram e.V. aus Neuenstadt am Kocher verschickt den 31. Spendencontainer nach Nord-Syrien.


Mohamed Assalieh, der Vorsitzende des Vereines IKRAM e.v mit Sitz in Neuenstadt am Kocher ist mehr als zufrieden.

Voller Stolz erklärt er, dass es das erste Mal in der Geschichte des 2015 gegründeten Hilfsvereines ist, dass man im Abstand von nur 3 Monaten zwei prall gefüllte 40-Fuß-Container von Neuenstadt nach Syrien verschicken kann.

Auch wenn man in der letzten Zeit nicht mehr viele Nachrichten aus dem umkämpften Bürgerkriegsland hierzulande vernehmen kann, ist das Elend in den Camps nahe der syrisch-türkischen Grenze unbeschreiblich.

Viele der Menschen dort benötigen dringend Lebensmittel, warme Decken für den Winter und vor allem medizinische Hilfe.

Durch den Zusammenbruch der Infrastruktur in Syrien fehlt es den verbliebenen Krankenhäusern und Ärzten an Allem.

Seit Anfang des Jahres hat sich IKRAM e.V. das Ziel gesetzt, neben Lebensmittel Decken und warmer Kleidung in erster Linie medizinische Artikel, Klinikbedarf, Rollstühle und Unmengen an Pflaster und Verbandsmaterial zu sammeln und zu verschicken.

Zusammen mit Daniel Lessinger, dem Leiter der der Organisation „ Flüchtlingshilfe-Ruchheim „ aus Ludwigshafen wurde die Ikram Zweigstelle Ruchheim gegründet und ein Konzept entwickelt, namhafte Hersteller und Lieferanten von medizinischen Artikeln zum Spenden zu bewegen.

Jede Spende wird vom Eingang, über die Verladung, die Ankunft in Syrien bis zur Verteilung an die Menschen in den Flüchtlingslagern lückenlos mit Bild und Videomaterial dokumentiert, so kann jeder Spender genau verfolgen, was mit seiner Spende passiert.

Viele der angeschrieben Firmen haben auf dieses Konzept vertraut und Artikel, die kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums lagen, gespendet.

IKRAM e.V. hat eigene Niederlassungen in der Türkei und in Syrien und kann so sicherstellen, dass alle Spenden ausschließlich durch die Hände von eigenem Personal gehen.

Wie Mohamed Assalieh bestätigt, sind die Vorarbeiten für einen solchen Container sehr aufwändig und gestalten sich von Jahr zu Jahr schwerer. Für alle Artikel müssen Genehmigungen und Dokumente besorgt werden, um die Zollabfertigung in der Türkei so schnell und so einfach wie möglich zu gestalten.

Jeder Container, der von Neuenstadt nach Hamburg gebracht, von dort nach Mersin in der Türkei verschifft, und von da aus weiter mit LKW´s nach Syrien gebracht wird, benötigt bis zu seiner Ankunft im nord-syrischen Sarmada etwa 3-4 Wochen. 

Alle Spenden werden dort in einem eigens angemieteten Lager gesammelt und dann von Ikram-Personal direkt an die Menschen in den Camps oder an Krankenhäuser verteilt.

Auf diesen Container ist man bei IKRAM e.V. besonders stolz.

Fast 70 % der Ladefläche bestehen aus Medikamenten, Verbandsmaterial, speziellen Pflastern und medizinischen Geräten.

So hat alleine eine Firma aus Neuwied 5 Paletten mit Sterilisatoren, Sauerstoffkonzentratoren, EKG-Geräten, Patienten-Überwachungssystemen, Zentrifugen und Rollstühlen gespendet, Geräte, die für die Notfallversorgung in Kliniken unerläßlich sind.

Eine andere Firma hat alles Mögliche aus dem Klinikbereich geschickt, chirurgische Instrumente, OP-Kleidung, Labor und Diagnosegeräte. 

Ebenso wurden über 20.000 Venenkanülen, über 5000 Einmal-Skalpelle und 200.000 Untersuchungs-Handschuhe gespendet.

Aber auch große Mengen an Lebensmittel werden verschickt, davon alleine fast 2 Tonnen Reis, Linsen, Zucker und Pflanzenöl sowie spezielle Babynahrung, die von Privatleuten finanziert und gespendet wurden.

Eine wirklich tolle Spende kommt von einem Unternehmen aus Remscheid.

Von dort wurden etwa 50 komplette PC-Systeme mit LCD Monitoren, Tastaturen und Mäusen gespendet, die Ikram e.V. an Schulen, Ärzte und Krankenhäuser verteilen wird.

All das wurde am Samstag, dem 14. Dezember mit Hilfe vieler fleißiger Helfer in den Container verladen, der am Freitag Abend angeliefert wurde und am Montag seine Reise nach Syrien beginnt.

Die komplette Verladeaktion dauerte etwa 10 Stunden und es wurde versucht, jeden einzelnen Zentimeter im Container zu nutzen, wobei die Helfer mit heißen Getränken und frisch zubereiteten Essenspaketen sowie süßem Gebäck bei Laune gehalten und gestärkt wurden.

Auch außerhalb solcher Container-Aktionen ist IKRAM e.V. in Syrien sehr aktiv.

So werden Patenschaften für Waisenkinder abgeschlossen und streng überwacht, die den Kindern das Überleben in den Camps sichern.

Auch mit Hilfe von Spendengeldern wurde im Landkreis um die syrische Stadt Sarmada ein Gelände angemietet und Großraum-Zelte für fast 100 Familien errichtet, die dort ein sicheres Unterkommen finden konnten.

IKRAM e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für Menschen in Not, unabhängig von Nationalität und Glaube einsetzt.

Alle Projekte von Ikram e.V. sind vollkommen transparent und können in Facebook sowie auf der eigenen Internetseite https://www.ikramverein.de nachverfolgt werden.

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