Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2017 / TAG 4

Ein Tag, der Spuren hinterläßt, garantiert.

Heute morgen sind wir erst ins Camp Kutapalong gefahren, um dort dir Örtlichkeiten für die Brunnen festzulegen. Danach ging es in das größere Camp balu khali, weil wir dort wieder einen Tag mit dem Medical-Team arbeiten wollten.

Nachdem wir mit all unseren Taschen und Medikamenten im Behandlungszelt angekommen waren, durften wir feststellen, dass alles leergeräumt und niemand da war.

Der zuständige Arzt hat einfach mal beschlossen, nicht mehr zu kommen und alles entfernen lassen.

Kaum waren wir da, kamen die ersten Patienten. Murat musste weg und Min Thin, unser Übersetzer und ich waren alleine. Immer mehr und immer mehr kamen, bis das Zelt voller Menschen war.

Alle mit Knochenbrüchen, ein Mann mit einer Schußverletzung in der Schulter, Hautausschlägen, Kopf- und Gliederschmerzen.

117 Menschen haben wir in zwei Stunden versorgt um am Schluß blieb nur noch der kleine Junge mit dem schrecklich entzündeten Fuß mit seiner Mama zurück.

Ich hatte ihm gestern versprochen, ihm irgendwie zu helfen, weil er schreckliche Angst hatte, seinen Fuß zu verlieren.

Ich habe ihm den Verband entfernt und die große Wunde vorsichtig gereinigt und alles neu verbunden.

Er hatte bereits 3 Zehen verloren und das ganze Gewebe ist wirklich extrem zerstört.

Die einzige Möglichkeit, den Fuß zu erhalten, ist ein sofortiger Transport in eine Klinik mit Entfernung der abgestorbenen Gewebeteilen und einer Hauttransplantation.

Wir haben also einen der verantwortlichen Leiter des Camps besucht und gefragt, wie wir den Jungen in eine Klinik bekommen, schnellstmöglich.

Die Antwort war relativ einfach, das geht nicht, Flüchtlinge können nicht in einem Krankenhaus behandelt werde.

Das erste Mal seit langem bin ich dort so richtig ausgerastet und hatte ein wirklich sehr lautes Gespräch mit dem Verantwortlich. Nachdem er einfach nicht einlenken wollte, hab ich vor all den Leuten angeschrieben und im mitgeteilt, dass spätestens morgen CNN lokale Sender und die Presse von diesem Vorgang ausführlich erfährt und plötzlich , ganz plötzlich hat er ein Telefon in die Hand genommen, mit irgendjemand gesprochen und stinksauer aufgelegt. Wir können den Jungen in das Sanitätscamp der Verwaltung bringen, von dort aus wird er in das nächste Krankenhaus überwiesen.

Sein Vater und seine Mutter fingen an zu weinen und haben sie überschwänglich bedankt. Der Vater hat seinen kleinen Sohn auf den Arm genommen und eine Riesenmenge an Menschen ist zum Sanitätscamp aufgebrochen.

Ich habe dort nochmal mit dem Arzt gesprochen und der hat sofort die Überweisungspapiere ausgestellt. in ein paar Stunden wird der Kleine richtig behandelt und wird mit ziemlicher Sicherheit seinen Fuß behalten können.

Während der ganzen Zeit war Murat auch aktiv und hat sich komplett mit ein paar freiwilligen Helfern der Verteilung von 1000 Lebensmittelpaketen an bedürftige Familien angenommen.

Somit sind nun zwei unserer drei Projekte erfolgreich abgeschlossen.

Ein SUPER - TAG