Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2017 / TAG 5

Einer der schlimmsten Tage, seit wir hier sind.

Wir haben am ersten Tag, als wir hier im im Camp kuta palong waren einen Mann getroffen, der uns zu seinem kleinen Jungen in ein Zelt brachte. Dort lag der etwa 2-3 jährige kleine Kerl teilnahmslos auf dem Boden und weil wir unsere Taschen nicht dabei hatten, haben wir versprochen, noch einmal wieder zu kommen.

Heute hatten wir uns das fest vorgenommen und das Camp wieder besucht, weil wir dort heute ein paar Stunden medizinische Hilfe leisten wollten.

Er ist gestorben.

 

Einfach so, an einem Kreislaufversagen.

Der Vater ist alleine mit ihm gewesen, seine Frau wurde on Burma getötet.

Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg.

Innerhalb weniger Minuten war die ganze Hütte voller Menschen, alle mit Verletzungen, Ausschlägen, Schmerzen und viele mit seltsam verfärbten Mundschleimhäuten und Zungen, alle leiden an Arsenvergiftungen durch das Trinkwasser.

Es wurden Babys mit Wurmbefall gebracht, 3 Stunden wie am Fließband wurden alle versorgt.

Es gibt Fälle mit Cholera, Typhus, Tuberkulose und alle vegetieren nur vor sich hin.

Uns allen ging ein Fall mit einem alten Mann sehr nahe.

Er setzte sich auf seinen Stuhl und fing an, am ganzen Leib zu zittern.

Wir haben versucht, herauszubekommen, was mit ihm los ist, bis er anfing zu erzählen.

Er hatte in Burma 4 Kühe, die von seiner Weide verschwunden sind.

Weil diese 4 Kühe sein ganzes Eigentum waren, hat er sich auf die Suche nach ihnen gemacht und hat Sie im Bereich eines Militärcamps gefunden.

Als er sie mitnehmen wollte hat ihn das Militär eingesperrt und gefoltert.

Nach 2 Jahren wurde er entlassen und ist dann geflohen.

Der Mann ist dermaßen traumatisiert, dass er seine Hände nicht still halten kann und nur noch wirres Zeug redet.

Er brauchte keine Medikamente, nur jemand, der zuhört.

Auch solche Dinge belasten einen sehr, der Mensch muss schreckliches erlebt haben.

Danach waren wir noch in zwei weiteren Camps und für heute reicht es wirklich.

Wir haben sehr große Probleme, was den Bau der Brunnen angeht, hier läuft vieles nicht so, wie es sollte, aber dazu morgen mehr.