Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2017 / TAG 6

Heute morgen haben wir uns entschlossen, direkt an die Grenze zu fahren, dahin, wo bis jetzt fast alle Rohingyas nach Bangladesch gekommen sind.

Die Grenze zwischen beiden Ländern bildet dort der Flus NAF.

Murat und ich gingen schon einmal ein Stück voraus und waren auf dem Weg zum Fluss, als Min Thein hinter uns herkam und rief „ NICHT WEITERGEHEN, SOFORT STEHENBLEIBEN „

Er hatte erfahren, dass burmesische Grenzsoldaten wohl auf bengalische Soldaten geschossen hatten und auch einige dabei um´s Leben kamen.

Wir haben uns dann von dort zurückgezogen und sein weiter Flußabwärts gefahren, wo der Fluß größer ist und die Gefahr somit kleiner, von der anderen Seite getroffen zu werden.

Bevor wir zurückfahren konnten, trafen wir dann ein paar frisch angekommene Flüchtlinge, die mit dem Boot über den Fluß gekommen waren.

Wir haben für die Kinder Getränke gekauft und gefragt, ob alle OK seien. Ein Mann ist aufgestanden und sagte, dass es seinem Sohn nicht gut geht.

Wir haben den Kleinen sofort vom LKW genommen und untersucht, über 40 Grad Fieber, sehr schwach und teilnahmslos.

Wir haben unsere letztes Cool-Pack aus der Notfalltasche genommen und ein fiebersenkendes Medikament gegeben.

Dann haben wir ihn in unser Auto gesetzt und die Klimaanlage voll aufgedreht. Nachdem er wieder voll ansprechbar war, haben ihn seine Eltern dann mitgenommen, sie wurden in ein Camp gebracht.

Danach wollten wir wieder in ein camp fahren , diesmal nach Balukhali 1, dort waren wir noch nicht.

Wir sind direkt zu dem Leiter der Militäraufsicht gegangen, weil wir von dort die Erlaubnis benötigen, überhaupt irgendetwas in dem Camp zu machen.

Wir haben erzählt, dass wir in erster Linie Brunnen mit einer Mindest-Tiefe von 100 m und eine medizinische Station aufbauen wollten.

Der Militärmensch war sofort begeistert, weil er genau genau weiß, was die Brunnen im Camp für einen Schaden einrichten und in Bezug auf die medizinische Unterstützung sagte er nur, wir können arbeiten , wo wir wollen, das ganze Camp steht uns zu Verfügung.

 

Von vielen Seiten ist uns Unterstützung zugesagt worden, man hat uns Dinge versprochen und am Ende ist alles nur Betrug.

Wir haben das, was wir machen wollten, ganz alleine geschafft. Die Geschichte mit den Brunnen ist noch immer nicht abgeschlossen.

Am wichtigsten ist nur die Tatsache, dass wir bis jetzt fast 500 Menschen mit Medikamenten versorgen, Wunden und Verletzungen heilen und Trost spenden konnten.

Wir haben in schwierigen Fällen Wasser eingekauft und haben 1000 Familien mit 20 kg Lebensmittelpaketen helfen können.

Nun werden wir entscheiden, ob wir eine weiteres Medizinpaket schnüren werden.