Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 10

Bis heute morgen waren wir der Überzeugung, alles schlimme hier gesehen zu haben, aber wir wurden unsanft eines Besseren belehrt, es geht wirklich noch viel schlimmer....

Wir haben ja noch den Projektpunkt „ BRUNNENBOHREN „, der musste auf morgen verschoben werden, weil die Arbeiter noch an einer anderen Stelle Bohrarbeiten fertigstellen wollen.

Bei einem der ersten Besuche im Camp hatten wir eine kleine Behausung gefunden, in der zwei junge Mädchen, 13-15 Jahre leben. Sie haben dort keinerlei Möglichkeit, sich vor Blicken anderer zu schützen, weil sie in einer Art offenem Zelt leben.

Mit ihnen zusammen leben zwei ältere Frauen, die ihren beiden Männer in Myanmar verloren haben.

Die Frauengruppe von Help me e.V. hat nun einen Betrag gespendet, mit dem ein neues geschlossenes Zelt für die beiden Mädchen und die beiden Witwen gebaut werden soll. Heute wurde bereits das komplette Material für den Bau geliefert.

Wir haben uns dann kurz entschlossen, doch noch einmal eine Geldspendeaktion in einem Camp in Teknaf, im Grenzgebiet zu machen.

Und dabei haben wir eines der absoluten Horror-Camps gefunden. Es sind etwa 50 Zelte in ärmsten Verhältnissen, kein Militär, keine medizinische Versorgung, im ganzen Camp kein Trinkwasser, die Toiletten voll , alles erbärmlich und menschenunwürdig.

Wir haben zunächst begonnen, in jedes Zelt zu gehen und dort unsere Geldspende abzugeben. Man kann nicht beschreiben, wie die Menschen reagiert haben, wir hatten auch kleine Spielzeugautos für die Kinder mitgebracht und eigentlich gibt es keine Worte, die Reaktionen der Kinder zu beschreiben.

Beim Rundgang im Camp haben wir dann auch die beiden einzigen Toiletten gesehen, die randvoll waren. Alle müssen jetzt ihre Notdurft in der freien Natur verrichten. Unglaublich, vom Risiko der Krankheitsübertragung gar nicht zu reden.

Wir haben uns also ganz kurzfristig entschlossen, von den Spendengeldern auf die Schnelle zwei komplett neue Toiletten erreichten zu lassen.

Während Murat und die anderen also das Material für die Toiletten besorgt haben, begannen Arafat und ich, die Menschen von der medizinischen Seite zu versorgen. Wir haben in einem kleinen leeren Zelt verschiedene Krankheiten behandelt, in erster Linie Infektionskrankheiten, Schmerzen und kleine Verletzungen, auch eine junge Frau, die durch eine Schusswunde am linken Unterschenkel große Schmerzen leiden musste. Wir konnten die Wunde richtig verschließen und mit Schmerzmitteln weiterhelfen.

Am Ende des Camps, neben dem letzten Zelt war eine kleine Plane, unter der saß vollkommen hilflos und mit unendlich traurigem Blick eine kleine Familie, die erst vor 4 Tagen angekommen war, keinerlei Habseligkeiten, nur die Kleider auf dem Leib.

Auch hier wollten wir helfen und haben Geld gespendet, damit sie sich ein vernünftiges Zelt bauen konnten.

Alles in Allem ein Tag mit einem ungeheueren Ergebnis, so viel hatten wir bisher nicht erreicht und wir waren richtig glücklich, so helfen zu können.