Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 11

Heute Morgen haben wir zuerst einmal ein paar Sitzmatten besorgt, diese wollen wir einer Schule im Camp spenden, weil die Kinder dort auf dem schmutzigen Boden sitzen müssen.

Wir haben uns heute auf zwei Punkte konzentriert, den Bau des ersten Brunnens und den Bau der Hütte für die beiden Mädchen und die Witwen, den die Help me - Frauengruppe finanzieren möchte.

Leider hat uns unser Übersetzer heute morgen verlassen, er musste wegen seiner Arbeitsstelle in Deutschland ein paar Tage früher abreisen.

Das wirft uns nun ein großes Stück zurück, weil wir ohne ihn ziemlich hilflos sind, nicht jeder hier spricht englisch.

Der Bau der Hütte ist in vollem Gange und soll morgen bereits abgeschlossen sein, so dass die Bewohner wieder einziehen können.

Gegen Mittag war dann auch das große Bohrgestell errichtet und es wurde begonnen, die Nebenarbeiten zum Bohren auszuführen.

Wir bohren auf einem Hügel, auf dem es leider kein Wasser gibt, das Wasser ist jedoch für das Bohren dringend erforderlich, also muss zuerst ein Sammelbecken gebaut und das Wasser mit Pumpen zur Bohrstelle befördert werden. Die Arbeiter haben versprochen, 24 Stunden durch zu arbeiten, damit der Brunnen fertig ist, bevor wir abreisen.

Uns beschäftigt noch immer das Camp von gestern, das, wo wir die beiden Toiletten haben bauen lassen.

Wir werden morgen nochmals dort hin fahren und versuchen, auf irgendeine Art dort einen oder zwei Brunnen bohren zu lassen..

Wir haben auch versucht, doch noch einen Besuch in dem Camp auf der Grenze zu Myanmar zu machen, aber auch eine halbstündige Diskussion mit den Soldaten am Checkpoint brachte keine Ergebnisse, Niemand darf das Camp aus Sicherheitsgründen betreten, einige Mitglieder einer anderen Organisation hatten versucht, das Camp illegal zu betreten, wurden jedoch festgenommen und mussten das Land verlassen. Irgendetwas muss dort passiert sein, worüber niemand sprechen will.

Wir hatten gestern noch mit Assad, dem Leiter des Camps in Balukhali eine Diskussion über den bevorstehenden Mosunregen.

Die richtigen Probleme für das ganze Camp werden wohl Ende April beginnen.

Letztes Jahr waren zur Regen- und Sturmzeit die Lager noch nicht derart mit Menschen besetzt wie jetzt.

Jeder hier weis ganz genau, dass die Hütten einem richtigen Sturm nicht standhalten werden.

Eine weitere Sorge sind die schweren Gewitter, die am Mai beginnen. Das Lager liegt an der höchsten Stelle im Camp und nach Aussage des Campleiters sterben jährlich bis zu 600 Menschen in Bangladesch durch Blitzschlag.

Alle Hügel, die mit tausenden von Hütten übersät sind, bestehen aus einfachem Sand und werden mit Sicherheit mit dem Beginn der starken Regenfälle weggespült.

Eigentlich ist es unglaublich, dass ein Land, das jährlich von dieser Katastrophe heimgesucht wird und genau weiß, was passiert, einfach nicht in die Gänge kommt, etwas gegen die Folgen zu tun.

Im Strandbereich wurden entlang der gesamten Küste bereits hiesige Wellenbrecher aus Beton aufgestellt, aber in den Camps passiert nichts.

Man rechnet in den Medien mit vielen Opfern