Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 12

Wir haben uns heute morgen beim Frühstück noch einmal über unser „ Horror-Camp „ unterhalten und überlegt, wie wir es schaffen, dorthin Trinkwasser zu bringen.

Alles drehte sich um den vorhandenen „toten“ Brunnen im Camp, der seit langer Zeit kein Wasser mehr gibt.

Wir dachten uns also, wir kaufen hier Werkzeug und demontieren die Handpumpe dort am Brunnen um zu sehen, ob er wirklich ausgetrocknet ist oder die Brunnenpumpe defekt ist und sind dann die 2 Stunden in Richtung Teknaf gefahren.

Dort angekommen, haben wir zuerst einmal die Pumpe demontiert, das ausgetrocknete Brunnenrohr mit etwas Wasser gefüllt und dann das Pumpengestänge mehrmals von Hand bewegt, bis plötzlich ein ganzer Schwall sandiges Wasser kam.

Ein gutes Zeichen, die Dichtungen an der Pumpe waren gerissen und eine Halterung an der Rohrbefestigung gebrochen.Wir haben dann eine Firma gefunden, die uns zusagte, für gerade mal 10 Euro den Brunnen wieder in Funktion zu setzen.

Das Pumpengestänge wurde abmontiert und wirklich jedes einzelne Rohr aus dem Brunnen herausgezogen und alle Verbindungen sowie der Pumpenkolben ersetzt.

Dann wurde wieder das ganze Rohrsystem bis auf ein Segment in den Boden eingelassen und die Pumpe wieder mit neuen Dichtungen aufgesetzt.

Alles funktioniert, es gibt ab heute fließendes und sauberes Wasser in einem Camp, das bis heute morgen vollkommen ohne leben musste.

Für uns eine unbeschreibliche Freude.

Wir haben dieses Camp mit seinen etwa 40 -50 Zelten nur durch Zufall gefunden, haben dort an jeden Bewohner eine Geldspende übergeben, vielen Kranken medizinische Hilfe zuteil werden lassen, zwei Toiletten bauen lassen, einer kleinen Familie eine Unterkunft spendiert und jetzt einen Brunnen mit sauberem Wasser übergeben.

Mehr geht wirklich nicht.

Die Campbewohner haben auch eine Überdachung und einen Sichtschutz für die beiden Toiletten gebaut und können jetzt zumindest etwas menschenwürdiger in Ihrer Umgebung leben als vorher.

Dennoch wollen wir versuchen, noch einen zweiten Brunnen in den nächsten Tagen dort bauen zu lassen.

Auf dem Rückweg sind wir dann noch im Camp Balukhali vorbei gefahren, um den Fortschritt der Bohrarbeiten für den Brunnen am Medical-Camp und den Bau des Hauses für die beiden Mädchen zu sehen.

Das Team dort hat die ganze Nacht gebohrt und war auch bei unserem Eintreffen am arbeiten.

Das Haus für die beiden Mädchen hat bereits sein Dachgerüst bekommen und soll morgen fertig sein.

Jetzt endlich können wir sagen, wir haben richtig was bewegt und können all den großzügigen Spendern die positive Meldung mitteilen, dass nur Gutes und wirklich Großartiges mit den Geldern erreicht werden konnte.

Wir haben das große Glück, dass wir unter uns ein wirkliches SUPER-TEAM gebildet haben, wir besprechen alles, jeder macht Vorschläge und dann wird eine gemeinsame Entscheidung getroffen, alles passt zusammen und das ist sehr wichtig, sonst wäre vieles nicht möglich.