Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 4

Heute gab es volles Programm....

wir sind 8.30 Uhr hier losgefahren, haben noch ein paar Personen unterwegs eingesammelt und sind dann in das Camp gefahren.

Die erste Aktion war, ein paar Süßigkeiten an Kinder in einer Schule zu verteilen.

Kaum hat man angefangen, kommen Kinder aus allen Ecken und es wird richtig schwer, allen etwas zu geben.

Ich hatte gestern etwa 15 Kinder um mich herum und habe eine Packung mit 30 kleinen Flaschen Orangensaft für sie gekauft, es hat nur Sekunden gedauert bis über 50 Kinder schreiend und tobend aufeinander einschlugen, um eine einzige Flasche zu bekommen. Grauenhaft....

Danach haben wir mit der medizinischen Behandlung in der Camp-Klinik begonnen und nachdem der zuständige Arzt auf eine Besprechung musste, die Versorgung alleine übernommen.

Es gab wirklich alles, was man sich denken kann. Menschen mit Schussverletzungen, hochansteckender Diphterie, Zahnschmerzen, einem Mann wurden die Sehnen der Hand durchtrennt, Infektionen, Fieber usw.

Wir haben alle Patienten, die da waren, entsprechend unseren Möglichkeiten behandelt und sind danach in ein weiteres Camp gefahren, in dem wir schon im November tätig waren. 

Nichts hat sich verändert, im Gegenteil, die Armut hat zugenommen.

Wir haben ein paar Zelte besucht und den Menschen dort Geld gegeben.

Wir hatten gestern ein paar Dinge erfahren, die wirklich verzweifeln. Die Rohingya bekommen kein Geld, nicht einen Taka.

Sie erhalten am Monatsbeginn 10 kg Reis und etwas Öl, aber keinerlei Brennmittel wie Holz, um Essen zu kochen. 

Also tauschen Sie ein Teil des Reises gegen Brennholz ein und so reicht das Essen ab der Monatsmitte nicht mehr.

Wir haben also die ärmsten Zelte aufgesucht und dort kleine Beträge von umgerechnet 10-30 Euro den Familien gegeben, so können Sie längere Zeit Essen und Brennholz kaufen. 

Es ist natürlich nicht so einfach, jemandem Geld zu geben weil wir, sobald wir auftauchen, von Unmengen Menschen umringt werden und es soll niemand mitbekommen, wenn Familien Geld bekommen, das gibt unnötig Streit unter den Bewohnern.

Die Aktion ist auch für morgen geplant. Wir wollen bis zu 200 Geldpakete verteilen und gleichzeitig ein medizinisches Camp am Ende des Hauptlagers aufbauen, da, wo keine Hilfe hinkommt.