Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 7

Über die meisten Aktivitäten haben wir ja schon ausführlich berichtet.

Essen für 1500 Menschen zu spenden ist eine ergreifende Sache zeigt aber zugleich auch, wie die Menschen hier um´s Überleben kämpfen.

Auf der einen Seite stehen die, die etwas bekommen und auf der anderen Seite, die, die mit Schlägen zurückgetrieben werden.

Die ganze Verteilung würde ohne das Militär im absoluten Chaos enden. Man hat hier ein System entwickelt, das sicherstellt, dass die richtigen Familien Ihre Essen bekommen. Das Militär prüft auch im Nachgang, ob die Familien in Ihren Zelten die Lebensmittel erhalten haben.

Dennoch ist es für außenstehende schwer, sich anzusehen, wie neben den Ausgabestellen hunderte von Menschen schreiend und weinend versuchen, sich irgendwie in die Absperrungen zu drängen um auch etwas zu bekommen.

Wir haben während der Ausgabeaktion dort auch den kleinen Jungen kennengelernt, von dem wir schon berichtet haben.

Der Kleine ist etwa 10 Jahre alt, musste mit ansehen, wie seiner Mutter auf unmenschliche Art in Myanmar der Kopf abgeschnitten wurde und vergießt nicht eine einzige Träne, als er uns seine Geschichte erzählt.

Immer wieder ist er gekommen und hat die Hand von uns festgehalten, so als wolle er sie nie wieder loslassen. Viele von uns konnten die Tränen nicht zurückhalten, es ist einfach herzzerreißend, sich diese Geschichten anzuhören.

Auch die Verteilung der Zakat-Spenden in Form von kleinen Geldbeträgen war dieses mal ein voller Erfolg.

Wir haben Unterstützung von einem islamischen Geistlichen, einem Mann mit einer wirklich besonderen Ausstrahlung. Er hat uns auf unserer Tour begleitet und uns bei allen Dingen sehr hilfreich zur Seite gestanden.

Es ist normalerweise für einen Mann unmöglich, ein Zelt mit Frauen zu betreten. Dank seiner Person jedoch, die wirklich ein ungeheures Vertrauen ausstrahlt, durften wir aber alle Zelte betreten.

Ein weiteres Problem ist, dass es wirklich streng verboten ist, den Menschen Geld zu geben, weil das Unruhe aufkommen läßt zwischen denen, die etwas bekommen und denen, die leer ausgehen.

Uns sind auf der Tour Unmengen an Menschen gefolgt, die alle erfahren wollten, was wir in den Zelten wollen und am Ende wollte der „Hauptguru“ aus Neid und Ärger das Militär rufen.

Wir waren ohnehin fertig mit der Aktion und haben dann das Lager verlassen, nachdem wir den Restbetrag an Kinder in einer Moschee verteilt hatten.

Am Abend waren wir dann mit unseren Begleitern gemeinsam essen und haben dabei dann beschlossen, noch einmal eine solche Aktion durchzuführen, nochmals am Samstag 500 Essenpakete und etwa 100 Geldspenden zu verteilen.

Viel zu wenig, aber wirklich 500 Familien, die überleben.