Flüchtlingshilfe Ludwigshafen - Ruchheim

HILFSEINSATZ IN COX´S BAZAAR / BANGLADESCH SEPT. 2018 / TAG 9

Der Tag heute hat nicht sehr schön begonnen, es gibt Dinge, die hinterlassen einfach tiefe Eindrücke.

Wir haben ein neues Auto und einen neuen Fahrer bekommen.

Wir hatten uns heute morgen um 08.30 Uhr an der Verladestelle für die Lebensmittelpakete getroffen und standen direkt neben der Straße, wo wir warteten, als ein kleiner junger Hund über die Straße lief und von einem motorisierten Fahrrad an seinem Beinchen getroffen wurde, laut schreiend wollte er davonlaufen, als ein Bus ihn einfach 1 Meter neben uns mit beiden Reifen überfahren hat und einfach weiterfuhr. Er war natürlich sofort tot und wir standen dermaßen geschockt da und fanden keine Worte mehr.

Schweigend und nachdenklich sind wir dann zum Camp gefahren.

Dort ist eine Zentralstelle für Lebensmittelverteilung. Verschiedene Organisationen verteilen dort Lebensmittel und teilen gekochtes Essen speziell für Kinder aus. Aus hunderten Riesentöpfen gab es Reis, Gemüse und Fleisch für viele hundert Kinder.

Dazwischen haben wir unsere 500 Säcke mit verteilt an die Menschen, die bei der letzten Verteilung leer ausgingen.

Danach haben wir unsere Brunnenbohrstelle festgelegt, morgen früh wird dort mit dem Bohren eines 750 Fuß ( ca. 250m ) tiefen Loches begonnen.

Wir haben eine Stelle direkt in einem Camp gewählt, die zentral in direkter Nähe zum Medical-Camp, der Schule, der Moschee und den Toiletten und Duschen liegt.

Das letzte Ziel des Tages sollte ein Besuch in dem Camp sein, das genau auf der Grenze, aber zu einem großen Teil in Myanmar liegt, getrennt durch einen 2 m breiten Bach.

Wir hatten dieses Camp bei unserem letzten Besuch im November versucht und wollten sehen, was sich in der Zwischenzeit verändert hat.

Es wurde über eine halbe Stunde mit dem Militär verhandelt aber aufgrund der aktuellen Sicherheitslage war es nicht möglich, uns auf das Gelände zu lassen, weil die Grenzposten aus Myanmar auf jeden schießen.

Der absolute Hammer kam dann im Hotel :

Einer der Angestellten hat wohl unsere Notfalltaschen gesehen und erzählt, dass er einen Hotelgast in einem Zimmer hat, dem es sehr schlecht geht, ob wir einmal nach ihn scheuen können, ein Doktor sei schon einmal da gewesen, komme aber nicht mehr.

Wir sind also in das Zimmer gekommen und da lag ein Mann ine einem Bett, im Arm eine Infusion, mehrere Ampullen und Spritzen auf dem Nachttisch und eine Kiste mit Unmengen an Medizin neben dem Bett.

Der Doktor hatte eine Bescheinigung für die Weiterbehandlung ausgestellt.

Mit großen Worten darauf das Wort „ CHOLERA „ geschrieben.

Klar, warum er nicht wieder kommt., Der Mann ist hochansteckend an Cholera erkrankt und liegt vollkommen verlassen in seinem Bett.

Wir haben dem Hotelier gesagt, er muss in jedem Falle in ein Krankenhaus, er will versuchen das zu organisieren...