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Hilfsprojekte im Irak Juni 2021

Heute wollten wir nochmals ein kleines Krankenhaus besuchen, als wir an der ersten Militärkontrolle angehalten wurden und zur Vernehmung aussteigen mußten.

Dem Posten erschien es wohl derart seltsam, das ein Deutscher sich im ehemaligen IS Gebiet aufhält, dass sich der mit 3 Sternen hoch dekorierte Chef der Kriminalpolizei persönlich der Sache angenommen hat.

Nach kurzen rumdiskutieren wurde dann kaltes Wasser und Tee gereicht, man bestand auf ein Foto und wir durften weiter reisen………..

Nach etwa einer Stunden haben wir das kleine Krankenhaus in der Bergregion im Kreis Shaklava erreicht.

Die Bilder zeigen den Zustand des Krankenhaus und das Material, mit dem dort gearbeitet werden muss.

Der leitende Arzt des Krankenhauses erklärte nach der Besichtigung, dass dieses Krankenhaus in erster Linie die früheren Bewohner eines Bergdorfes betreut, gegen die Saddam Hussein am 17. April 1987 ebenfalls Giftgas eingesetzt hat.

Wir haben das Dorf besucht und viel zu sehen gab es nicht mehr.

In den Bergen hielten sich im April 1987 viele Peschmerga-Kämpfer auf, die das irakische Regime einfach aufgrund der Unzugänglichkeit in den Bergen nicht erreichen konnte. So wurden am 17 April mehrere chemische Kampfstoffe über dem Dorf abgeworfen. 

Dem Angriff fielen damals etwa 340 Menschen zum Opfer.

Am Einschlagsort der Bomben wurde ein Mahnmal errichtet, jedoch leben dort heute fast keine Menschen mehr, alles ist mehr oder weniger der Zeit zum Opfer gefallen.

Im Anschluss haben wir zusammen mit den Ärzten noch einen Mann besucht, der heute noch unter dem Angriff leidet, dem er im Alter von 12 Jahren gerade so entkommen konnte.

Er verlor damals durch die Chemikalien ein Auge, das verbliebene ist fast blind und schwere Hautkrankheiten behindern ihn beim täglichen Leben.

Die Klinik betreibt zwei Ambulanzfahrzeuge, von denen eines seit Jahren einen Motorschaden hat und das zweite nur notdürftig ausgerüstet ist.

Wir werden dort chirurgische Instrumente und einen Defibrillator hinschicken, der dringend benötigt wird, da der vorhandene nicht mehr funktioniert.

Ein altes Röntgengerät muss nach einer handgeschriebenen Tabelle eingestellt werden und strahlt so stark, dass selbst der Bediener im Nachbarraum eine Schutzweste tragen muss.

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